30 Jahre Fun Corner – die Story!

„Drei Handwerker wollen einen Surfshop aufmachen. Das kann ja nix werden!“ Unser Chef Rainer erinnert sich noch ganz genau daran, wie er vor 30 Jahren kleinlaut dem Notar gegenübersaß. Der hielt die drei Jungs, die ihr Hobby zum Beruf machen wollten, offensichtlich für komplett ballaballa : „Der hat uns so abgebügelt, wir saßen da und hatten alle Angst, überhaupt noch was zu sagen.“ Und jetzt sieh Dir an, was daraus geworden ist – Fun Corner wird 30 Jahre alt!

Darf ich vorstellen? Unser Team im Jahr 2017! In den letzten 30 Jahren hat sich viel verändert, aber der Spaß kam nie zu kurz. Wie sagt der Lateiner? Nomen est omen…

Zum Glück hat der nörgelnde Rechsantwalt nicht recht behalten. Zugegeben, Fun Corner blieb nicht lange ein reiner Surfshop. Auch wenn es Ende der 80er für Viele nix Schöneres gab, als sich bei sommerlicher Flaute auf dem Baggersee von den Spaziergängern am Ufer überholen zu lassen, war der Hype ums Brett schnell vorbei. Rainer erinnert sich: „Wir hatten schon Glück und konnten uns auf den Händlermessen wenigstens ein Hotelzimmer leisten, die anderen Jungs mussten immer im Bulli schlafen. Ein befreundeter Händler hat dann irgendwann mal ein „Cats“ – Mountainbike aus seinem Wagen gezaubert und meinte, dass könne das nächste große Ding werden. Das Teil hat richtig Spaß gemacht und sah natürlich viel cooler aus als die Spießerkisten, die sonst so rumfuhren. Wir haben uns dann so ein Ding ins Fenster gestellt und die Leute sind gleich voll darauf abgefahren. Manche kamen echt rein und fragten ungläubig ob man das kaufen könne. So kamen wir zum Mountainbike.“

Fun Corner Fahrradshop

Hier fing alles an! Im „alten“ Laden in der Deisterstraße tickten die Uhren anfangs noch ein bisschen anders: Rainer erinnert sich lachend: „Zu Beginn durfte man im Shop noch rauchen. Während der Beratung haben die Verkäufer oft zusammen mit den Kunden ganz enstpannt eine gequalmt. Echt lustig, aber aus heutiger Sicht kaum zu glauben!“

Während sich die Kunden am Schaufenster die Nase plattdrückten, fackelte Rainer nicht lange. 1990 wurde Fun Corner Trek Dealer. „Trek war die amerikanische Top-Marke- natürlich waren wir heiß darauf, mit denen zusammen zu arbeiten. Die wollten uns aber eigentlich nicht, weil wir ja noch ein Surfshop waren. Um unter Vertrag zu kommen, mussten wir der Aussendienstlerin schließlich versprechen, alle Surfklamotten zu verstecken falls ihr Chef mal vorbeikommen sollte.“ Wahrscheinlich hätte der aber ohnehin die Augen zugedrückt, denn schon im ersten Jahr gehörte Fun Corner zu den erfolgreichsten Dealern Deutschlands.

Trek Dealer

Das Fun Corner-Team zusammen mit den Trekkis beim ersten Hamelner Felgenfest. Die Partnerschaft mit den Jungs aus Wisconsin hat sich ausgezahlt: Seit Jahrzehnten gehört die Innovationsschmiede zu den weltweit erfolgreichsten Fahrradherstellern. Fest steht aber auch: In den letzten Jahren haben junge deutsche Firmen wie Cube oder Haibike gewaltig aufgeholt…

Als der Surfboom vorbei war, experimentierte Rainer munter weiter. Inliner und Snowboards waren Mitte der Neunziger schwer angesagt und Fun Corner war damals einer der wenigen Läden im Landkreis, der die Hipster mit adäquatem Stoff versorgen konnte. Unterdessen lief das Fahrradgeschäft mit jedem Jahr besser. Das Geheimnis? „Unsere Devise war schon immer, Top Material zu Superpreisen anzubieten. Aber darüber hinaus braucht es auch einen gewissen Spürsinn bei der Auswahl der Marken und der Beobachtung des Marktes.“ Und nicht zuletzt die Bereitschaft, Sachen neu anzugehen: „Wir waren zum Beispiel die Ersten, die mit dem Taschengeldtarif ein komplettes Fahrradfinanzierungsprogramm angeboten haben- das war damals echt völlig neu. Außerdem haben wir von Beginn an auch richtig edle, teure Bikes angeboten, was sich viele Händler bis heute nicht trauen.“

Fun Corner Geschäft

Der Neubau an der Rudolf-Schmidt Straße sollte vor allem eines: Mehr Raum bieten! Mittlerweile zwickt es aber auch hier schon wieder, weil das Sortiment mit jedem Jahr bunter wird.

Der Lohn des Mutes: Die Auszeichnung zum Trek Dealer Europe 2004- zu dieser Zeit waren längst auch Renn- und Trekkingräder mit von der Partie und mit Cube und Rotwild zwei coole neue Partner mit im Boot. Allmählich wurde es eng in dem kleinen Geschäft an der Deisterstraße 84 und so war der Umzug in den 2009 eröffneten Neubau Vis a Vis nur konsequent.

Dean -unsere Nummer Zwei- erinnert sich: „Wir wollten eigentlich vor allem mehr Platz haben. Aber irgendwie hat das nicht geklappt- jetzt steht hier schon wieder alles voll mit Bikes, weil die Vielfalt einfach so groß ist.“

Fun Corner Geschäft

Mit Haibike als Marktführer sportlicher Ebikes kam 2012 eine Marke hinzu, die wie kaum eine andere die Entwicklung des Ebike-Segmentes gepusht hat. Die Hersteller agieren dabei inzwischen auf einem Niveau, das auch Rainer nicht unbeeindruckt lässt: „Fahrräder sind mittlerweile High-Tech Produkte.“ Auch deshalb seien heute viele Käufer bereit, hohe Summen in ihr Bike zu investieren. „10000 Mark hätte doch früher Niemand für ein Fahrrad ausgegeben- 5000 Euro sind heute für Viele selbstverständlich.“

Halten wir fest:

Rainers Kumpel hatte recht- Mountainbiken wurde das nächste große Ding. Aber wie groß dieses „Ding“ tatsächlich werden würde, konnte nun wirklich Niemand ahnen. Selbst Rainer staunt angesichts der Entwicklung: „Seit 30 Jahren boomt der Markt. Das ist schon unglaublich! Das Ganze wurde aber natürlich gepusht durch das Internet und die Öffnung des europäischen Binnenmarktes.“ Und eine beispiellose Innovationsflut: Ob Fahrwerk, Laufradgrößen, Antrieb, Remote-Post, Plus Format oder Ebike, die Branche erfindet sich regelmäßig neu und verjüngt sich stets aufs Neue. „Und das ist eigentlich das Schöne an meinem Job: Ich habe hier ein junges, motiviertes Team am Start und das Ganze macht auch nach 30 Jahren immer noch richtig Spaß.“ Dazu kann man wohl nur gratulieren, Rainer!

von Erik Neugebauer